Kata

Kata bezeichnet die stilisierte Form eines Kampfes gegen einen oder mehrere reale oder imaginäre Gegner, bei der Verteidigung, Angriffe und Gegenangriffe in festgelegter Abfolge und Ausführungsart geübt werden. Das Training der Kata zwingt die Übenden, die immer gleiche Situation ohne Abweichung zu wiederholen. So werden bestimmte Grundprinzipien der Kampfkunst über einen langfristigen Prozess verinnerlicht. Kata dienen daher dem Zweck, die Essenz eines Stils zu konservieren und von einer Generation zur nächsten weiterzugeben, auch wenn andere Übungsformen von den Generationen verändert und an neue Anforderungen angepasst werden.

Da Soke Hayashi die Kata für das Kernstück des Karate-Do hielt und daher größten Wert auf das Üben von Kata legte, ist diese einer der Hauptbestandteile unseres Trainings.

Shihan Mitsuya erklärt in seinem Buch "Karate-Do Kata, Hayashi-Ha Shito-Ryu" (ISBN 2-84445-169-1) sehr ausführlich das Wesen und die Techniken der Kata Heian-Shodan, Heian-Nidan, Heian-Sandan, Heian-Yondan, Heian-Godan, Jitte, Bassai-Dai, Seienchin, Lo-Hai und Nipaipo. Das Buch ist in vier Sprachen verfasst (französich, englisch, deutsch und italienisch) und für jeden Karateka sehr zu empfehlen, denn für jede ausgeführte Technik ist mindestens eine Abbildung vorhanden. Dennoch ersetzt dieses Buch keinesfalls das Training bei einem Sensei, da die Erläuterung gewisser Feinheiten, des Bunkai (Anwendungen der einzelnen Kata-Techniken), der Übergänge zwischen den Bewegungen, usw. unbedingt von einem erfahrenen Meister erfolgen muss.

Je nach Reifegrad und technischem Können erlernen wir stufenweise mehr und mehr Kata.

Die wichtigsten von uns praktizierten Kata sind folgende:

Karate:
  • Kihon Kata Ichi
  • Ten-No-Kata
  • Chi-No-Kata
  • Heian Shodan
  • Heian Nidan
  • Heian Sandan
  • Heian Yondan
  • Heian Godan
  • Jion
  • Jitte
  • Jiin
  • Bassai-Dai
  • Heiku
  • Kosokun-Dai
  • Seienchin
  • Lo-Hai (Rohai)
  • Nipaipo
  • Niseishi
  • Seipai
  • Unshu
  • Saifa
  • Sanchin
  • A-Nan
  • Suparimpei
  • Kururunfa
  • Goju-Shiho
Kobudo:
  • Shodan-No-Bo
  • Nidan-No-Bo
  • Sandan-No-Bo
  • Shushi-No-Bo
  • Kobu-No-Bo
  • Katen-No-Bo

Die Tierformen

In chinesisch beeinflussten Karatestilen finden sich vor allem in den Kata viele Tierformen, die aus dem chinesischen Ch'uan-Fa stammen: Hier ein paar typische Beispiele:

Der Tiger Tiger Typisch sind: tiefe Stellungen, direkte Schläge zur Kehle, zum Gesicht oder zu den Körperseiten des Gegners, sowie harte Abwehrtechniken und der direkte Angriff.

Ziel: Der Körper wird zu großer Kraft und der Geist zu einem starken Willen erzogen.

Beispiel: Kata Seienchin
Der Leopard Leopard Typisch sind: geradlinige Schläge mit den Handballen oder mit dem 2. Fingergelenk, sowie blitzschnelle Angriffe und Sprungtechniken.

Ziel: Schnelle Reaktion, hohes Maß an Gewandheit, starker Kampfgeist.

Beispiel: Kata Jitte
Die Schlange Schlange Typisch sind: scharfe, stechende, aber auch weiche Bewegungen zur Kehle oder zu den Augen des Gegners.

Ziel: Förderung des Qi (vitale Energie), der intensiveren Atmung und der Kampftaktik

Beispiel: Kata Unshu
Der Kranich Kranich Typisch sind: Stände auf einem Bein oder mehrere Tritte mit einem Bein, sowie der imitierte Flügelschlag oder das Zustechen mit dem Schnabel.

Ziel: Schnelligkeit der Beine, Förderung des Gleichgewichtssinnes vor allem auf einem Bein stehend.

Beispiel: Kata Nipaipo
Der Drache Drache Typisch sind: Ausstrahlung einer großen Kraft, tiefe Atmung und ein ausgeglichener Geist.

Ziel: Beherrschung des Qi, Kraftkonzentration aus dem Hara (Körpermitte, Zentrum der Kraft), Harmonisierung der Bewegung und die Befreiung des Geistes.

Beispiel: Kata Seipai