Soke Teruo HAYASHI

10. Dan

(21. Oktober 1924 - 24. September 2004)

Soke Teruo HAYASHI war einer der größten und berühmtesten Meister des modernen Karate. Er war Träger des 10. Dan und Gründer der Stile des Hayashi-Ha-Shitoryu Kai (Karate) und Japan Kobudo Kenshin-Ryu Kai (Kobudo). Sein Stil ist das Ergebnis einer über 50-jährigen Erforschung und Weiterentwicklung der zahlreichen Karatestile aus Okinawa und Japan, die Hayashi Soke während seines erstaunlichen Lebens untersucht hat. Startend in Osaka, Japan, dem Geburtsort des Shito-Ryu, studierte Hayashi Souke unter KOSEI Kuniba, leitender Schüler des Shito-Ryu Gründers MABUNI Kenwa. Hayashi

Soke Teruo Hayashi Soke studierte nur kurz unter Mabuni, seinen täglichen Unterricht bekam er aber von Kuniba. Es dauerte nicht lange, dann hatte Osaka dem jungen Hayashi mit seiner gesammelten Erfahrung nicht mehr zu bieten. Sicherlich gab es viele Kata zu lernen, und die Technik kann nie vollendet sein, aber was der junge Hayashi am Meisten wollte, waren neue Herausforderungen, neue Gesichter mit denen er sich im Kumite messen konnte. Auch kannte er die Karate-Geschichte. Karate stammt aus Okinawa. Seine Lehrer kamen aus Okinawa. Seiner Lehrer Lehrer kamen aus Okinawa. Er muss nach Okinawa gehen! So kam es, dass Hayashi Teruo, ein junger Mann mit viel Ehrgeiz, sich anschickte, die Welt, seine Gegner und sich selbst zu meistern.

Hayashi suchte sich die Dojos, in denen er studieren wollte ein einer Art aus, die dem Westler als ein wahnsinnig erscheint. Er spazierte in die Dojo und forderte den Sensei zu einem Kampf heraus. Das erzürnte natürlich jeden anwesenden Schüler, und sie würden auf einer Chance beharren, dem Jungen selbst eine Lehre zu erteilen, bevor ihr geliebter Sensei sich dazu herablassen würde eine Herausforderung eines Emporkömmling anzunehmen. Diese Praxis nennen einige tapfer, die anderen schlicht dumm; dabei ist es wirklich eine angesehene Tradition zu damaliger Zeit in der japanischen Kultur und der Kultur Okinawas. Das ist als Dojo Yaburi (Herausforderung) bekannt. Obwohl es nicht oft praktiziert wurde in diesen Tagen, war es wirklich allgemein üblich als Hayashi ein junger Mann war. Die Funktionsweise war einfach. Der Mann, der die Herausforderung gab, musste zuerst mit dem niedrigsten Schüler des Dojo kämpfen. Wenn der Herausforderer den Schüler besiegte, wird ihm das Recht gewährt, mit dem nächst niedrigen Schüler zu kämpfen und so weiter, bis der Herausforderer besiegt wird oder den Senpai des Dojo (ältester und erfahrendster Schüler) besiegt hat. Dann und nur dann ist es ihm erlaubt, den Sensei selbst herauszufordern. Aber es wird ihm gewöhnlich das Recht erteilt, Zeit und Platz als eine Belohnung für seine vorherigen Anstrengungen zu wählen.

Hayashi wurde berüchtigt für diese Praxis, und als weiteres Ergebnis sehr gut im Kumite. So sehr, dass viele Dojo sich vollständig weigerten seine Herausforderungen anzunehmen und sie ließen ihn nicht einmal das Dojo betreten. Es gab natürlich auch diejenigen welche die Herausforderung annahmen. Wenn Hayashi in einer dieser Schulen geschlagen wurde, blieb er und bat um Ausbildung. Nun, was lernte er von denen, die er geschlagen hatte? Auf diese Weise bemühte er sich nicht nur um reines Wissen, sondern auch um den Respekt der Leute auf Okinawa.

Als Ergebnis seiner Hartnäckigkeit konnte Hayashi viel Erfahrung auf Okinawa sammeln. Seine wichtigsten Lehrer auf Okinawa waren CHOTOKU Nagamine und NAKAIMA Kenko. Von CHOTOKU Kyan lernte er die Kate beider Abstammungen, sowohl die aus Shuri wie auch die in Tomari geübten. Diese kata betonen die langen, geradlinigen Stellungen, sowie schnelle Bewegung zwischen den Stellungen. Von diesem Meister lernte Hayashi die Kata des weißen Kranich, Hakkaku.

Soke Teruo Hayashi Von Nakaima Sensei lernte Hayashi eine im Dunkeln gehaltene Familienkunst namens Ryuei-Ryu. Dieser Stil ist ein südlicher-TigerStil aus China, der vier Generationen vor Hayashi's Ankunft auf Okinawa dort eingeführt wurde. Nachdem er sich ein Jahr bei dem ehrwürdigen Nakaima erwiesen hat, war Hayashi das erste Nicht-Familienmitglied, dem es erlaubt war den stil zu untersuchen. Vieles aus der Ryuei-Ryu Theorie ließ Hayashi in sein eigenes System einfließen.

Nach der Rückkehr nach Japan setzte Hayashi seine Studie unter KUNIBA Kosei fort. Von Kuniba hat Hayashi den Großteil des Shito-Ryu Lehrplans gelernt, daher waren es die Shito-ryu Versionen der Naha Kata, welche Hayashi gelehrt wurden, und die er noch immer lehrt. Hayashi war Kuniba's oberster Schüler (Senpai), und auf seinem Sterbebett bat Kuniba Hayashi, seinen Verband weiterzuführen, bis sein kleiner Sohn Shogo, die Reife erreicht, um die Führung des Verbandes selbst zu übernehmen. Dem Wunsch seines Sensei's folgend wurde Hayashi zum Präsidenten des Seishin-Kai bis 1970. Zu diesem Zeitpunkt übergab Hayashi die Führerschaft des Stils an den rechtmässigen Erben, Kuniba Shogo und gründete seinen eigenen Stil namens Hayashi-Ha Shito-Ryu .

Seine großen Erfahrungen und Fähigkeiten haben ihn soweit gebracht, daß er mehr als 10 Jahre Vorsitzender der Kampfrichterkommission der W.U.K.O. war. Seine Schule bringt weltweit außergewöhnliche Meister und Lehrer mit größtem Können hervor, die die Ausbreitung seines Stiles weltweit bewirken. Erfolgreichste Schüler von Soke Hayashi waren u.a. Kamino Mari (4. Dan, mehrfache JKF Worldcup-Champion), Hanshi Seinosuke MITSUYA (Kyoshi) und viele bekannte Weltkampfrichter.

Soke HAYASHI verstarb im Alter von 80 Jahren im September 2004.

Ein Auszug über Soke Hayashi aus dem legendären Buch von Donn F. Draeger:

One of the most brilliant exponents of karate-do on the modern Japanese scene is Hayashi Teruo, founder of a style called Kenshin Ryu. Hayashi is a disciple of Kokuba Kasei, Mabuni's apt and vigorous exponent of the Shito Ryu. Hayashi also studied under the supervision of Nagamine Shojin of the Shorin Ryu, and Higa Seko of the Okinawa Goju Ryu. A thorough expert technician of Shito Ryu karate-do in his own right, Hayashi nevertheless decries the lack of combative realism in modern karate-do. The overemphasis on the use of empty-hand techniques is, for Hayashi, a serious mistake that keeps karate-do from being fully a form of combat.
Fascinated by the primitve weapons of Okinawa, Hayashi was led to study with Okinawan te master Nakaima Kenko of the Ryuei Ryu. Under Nakaima's expert guidance Hayashi mastered the use of the bo (six-foot hardwood staff), sai (double-forked iron truncheon), nunchaku (wooden flail), kama (sickle), and tui-fa (wooden handle).
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Hayashi's intensive study of primitive Okinawan weapons has had a profound effect on karate-do. Ironically, Hayashi has been responsible for a renewal of the interest on Okinawa itself in what was a dying art just a few years ago. This in turn reestablishes the fact that weapons are an essential part of Okinawan karate systems. In Japan, Hayashi's efforts to popularize the use of Okinawan weapons in karate-do have caused various sects that were once devoted entirely to the study of empty-hand techniques to begin a study of such weapons. One innovation in the study of weapons that Hayashi has made is proving to be popular: the conducting of kumite, or sparring, with weapons. This new feature of Japanese karate-do will help to bring a feeling of true fighting into what has been primarily a sport.
(Draeger, Donn F.: Modern Bujutsu & Budo. The martial arts and ways of Japan. Weatherhill Inc., New York, 1974)

Einer der großartigsten Vertreter des Karate-do in der modernen japanischen Szene ist Hayashi Teruo, der Gründer eines Stils der Kenshin Ryu genannt wird. Hayashi ist ein Schüler von Kokuba Kasei, Mabuni's bestem und stärksten Vertreter des Shito-Ryu. Hayashi lernte auch unter der Leitung von Nagamine Shojin vom Shorin Ryu, und Higa Seko vom Okinawa Goju Ryu. Selbst ein technisch perfekter Experte des Shito-Ryu Karate-Do, prangerte Hayashi nichtsdestotrotz den Mangel an kämpferischem Realismus im modernen Karate-Do an. Die Überbetonung des Gebrauchs der Techniken der leeren Hand ist für Hayashi ein schwerwiegender Fehler, der das Karate-Do zu keiner vollständigen, abgeschlossenen Kampfform macht.
Fasziniert von den primitiven okinawanischen Waffen führte Hayashi dazu, mit Okinawa Te Meister Nakaima Kenko vom Ryuei Ryu zu studieren. Under der glänzenden Führung von Nakaima meisterte Hayashi den Gebrauch des Bo (sechs Fuß langer Stock), der Sai (eiserner Dreizack), der Nunchaku (Dreschflegel), der Kama (Sichel) und der Tonfa (Griff der Schrotmühle).
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Hayashi's intensive Studie der primitiven okinawanischen Waffen hatte einen tiefgreifenden Effekt auf das Karate-Do. Paradoxerweise war Hayashi verantwortlich für ein neuerliches Interesse an Okinawa an und für sich, welches noch ein paar Jahre zuvor eine sterbende Kunst war. Dies wiederum erneuerte die Tatsache, dass Waffen essentieller Teil des okinawanischen Karatesystems sind. In Japan hatten Hayashi's Bemühungen den Gebrauch der okinawanischen Waffen populär zu machen zur Folge, dass einige Gemeinschaften, die sich einst nur dem Studium der Techniken der leeren Hand gewidmet hatten, nun anfingen solche Waffen zu studieren. Eine Neuerung in den Studien der Waffen die Hayashi machte erwies sich als populär: die Ausführung des Kumite, oder der Trainingskampf mit Waffen. Dieser neue Charakterzug des japanischen Karate-Do wird helfen, ein neues gefühl von echtem Kampf in eine ursprüngliche Sportbastion zu bringen.